24. April 2018

Problematisches BYOD

An der Kantonsschule Romanshorn müssen die Schülerinnen und Schüler ab nächstem August ganz bestimmte Kleincomputer in den Unterricht mitbringen. Es geht um sogenannte 2-in-1-Hybridgeräte. Bezahlen müssen das die Schülerinnen und Schüler respektive deren Eltern selber. Byod – «Bring your own device», also «Nimm dein Gerät selber mit» – heisst diese Strategie. Das macht nicht nur die Kantonsschule Romanshorn so: In der Kantonsschule Frauenfeld müssen die Schüler seit einigen Jahren eigene Tablets mitnehmen. Auch in den Gymnasien im Kanton St.Gallen arbeiten die Jugendlichen in der Schule vielenorts mit Geräten, die sie von zu Hause mitgebracht haben. Klar ist: Wenn die Schülerinnen und Schüler eigene Geräte in der Schule verwenden, so ersparen sich die Schulträger Kosten.
Tablet-Zwang an Ostschweizer Schulen weicht kostenlose Schule auf, St. Galler Tagblatt, 23.4. von Carlo Schuler

Sollen Gemeinden zum Schwimmunterricht gezwungen werden?

Die Zuger Version des Lehrplans 21 ist unter Dach und Fach. Per 1. August 2019 soll die Reform in Kraft treten. In Bezug auf den Schwimmunterricht hat der Zuger Bildungsrat entschieden, dass «Gemeinden im Bereich Schwimmen eine Lehrplan­reduktion beantragen dürfen, wenn die dafür notwendige Hallenbadzeit erwiesenermassen nicht eingekauft werden kann». Dies ist der Medienmitteilung zum Erlass zu entnehmen.
Kinder im Hallenbad Loreto, Bild: Stefan Kaiser
Wird in Zug zu wenig geschwommen? Luzerner Zeitung, 22.4. von Andrea Muff

Schulleiter sollen die Ansprüche der Bildungsverwaltung filtern

Die Schule erfüllt eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben. Doch die Lehrerinnen und Lehrer, die diesen Service public leisten, sind häufig angeschlagen und ausgebrannt: Viele kommen an die Grenze ihrer Kräfte, wie vor kurzem eine Studie in der Westschweiz ergeben hat. Woran das liegt, weiss der Psychologe Jürg Frick, der sich seit Jahren mit der Gesundheit im Lehrberuf befasst.
Was tun gegen die Überforderung der Lehrer, SRF, 22.4. von Sabine Bitter

Ist das Jammern berechtigt?

Die Arbeitsbedingungen für Lehrpersonen verschlechtern sich, monieren Lehrerverbände. Ein Blick in die Statistiken zeigt jedoch: Von einem «Bildungsabbau» kann in der Schweiz keine Rede sein.

Haben Lehrer wirklich Grund zu klagen? Ein Faktencheck. SRF, 22.4. von Irène Dietschi

23. April 2018

Unnötige Verlängerung der Grundausbildungen

Bildungs-Staatssekretär Mauro Dell’Ambrogio kritisiert steigende Bürokratie in Lehre und Forschung. Und er wehrt sich dagegen, dass Primarlehrer einen Masterabschluss brauchen. 
"Wer in der Mathematik die Proportionalität nicht begriffen hat, darf die Matura nicht erhalten": Staatssekretär Dell'Ambrogio, Bild: Annette Boutellier
Bildungs-Staatssekretär: "Die Lehrer sind vernünftig genug", NZZaS, 22.4. von René Donzé

Ostschweizer Schulmodell-Diskussion

Der Kanton St. Gallen will in der Oberstufe den Unterricht in Niveaugruppen einführen. Der Thurgau hingegen hat dies bereits vor einem Jahrzehnt flächendeckend umgesetzt. Auch Appenzell Ausserrhoden ist weiter.
St. Gallen will Niveaugruppen in der Oberstufe - Thurgau und Ausserrhoden sind schon weiter, Ostschweiz am Sonntag, 22.4. von Michael Genova

Schulen messen Lärmpegel

Ein Schwatz mit dem Gspändli, Gruppenarbeiten oder eine laute Strasse neben dem Schulhaus. Lehrer klagen über den zunehmenden Lärm im Klassenzimmer. Die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie des Schulpersonals sei gefährdet, schreibt der Schweizer Lehrerverband in einer aktuellen Mitteilung. Vielen Menschen sei bewusst, dass Luftverschmutzung die Gesundheit beeinträchtigt. Weniger bekannt sei aber, dass auch Lärm nachhaltig schädigen kann. Lärm verursache Stress und könne die Leistung beeinträchtigen. 
Lehrer klagen über zu viel Lärm an Schulen, Schweiz am Wochenende, 21.4. von Yannick Nock

Mehr Schüler an der Bez

Beim Vergleich der letzten vier Jahre schaffen es in einigen Gemeinden des Bezirks Baden immer mehr Primarschüler in die Bezirksschule. Dabei fallen auch die grossen Unterschiede zwischen den Wohnorten auf.

Quelle: Statistik Aargau
Grosse Unterschiede: Warum sich der Bezirksschüler-Anteil stark verändert hat, Badener Tagblatt, 21.4. von Pirmin Kramer

Gegenwelt zum Rapper-Kosmos

Jugendliche schwärmen zu Hunderttausenden für die Rapper Kollegah & Farid Bang. Beide wurden mit dem „Echo“ ausgezeichnet – trotz ihrer Brutalo-Texte. Proteste werden laut. Doch erreichen sie das junge Publikum?
Schule als gegenhaltende Kraft, Journal21.ch, 21.4. von Carl Bossard

Höchstquote für Ausländer

Der Publizist Frank A. Meyer fordert eine Höchstquote von 25 Prozent Ausländer pro Schulklasse, damit Integration gelingen könnte. 
Das Scheitern der Schulen an der Migration, Blick, 20.4. von Frank A. Meyer

19. April 2018

Motion fordert Stopp der Mehrsprachigkeitsdidaktik

Mit der Einführung von Passepartout wurde die sogenannte Mehrsprachigkeitsdidaktik, auf der die Lehrmittel „Mille feuilles“, „Clin d’Oeil“ und „New World“ basieren, für obligatorisch erklärt. Die Passepartout-Verantwortlichen verboten alle anderen, bewährten Methoden und Lehrmittel. Die Methodenfreiheit, ein didaktischer und vor allen Lehrpersonen anerkannter Grundsatz unseres Bildungswesens, wurde auf einen Schlag faktisch massiv eingeschränkt.
Systematischer und aufbauender Fremdsprachenunterricht, Motion Regina Werthmüller, Kanton Baselland, 22.3.

Englisch-Evaluation in Graubünden

Sämtliche Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I brüteten letzten Sommer über Englischaufgaben. Die 2. Klassen der Real- und Sekundarschulen mussten englische Texte lesen, verstehen und selber schreiben. Sie unterhielten sich in Englisch und hatten Grammatikaufgaben zu lösen. Bei insgesamt 1497 Schülerinnenund Schülern im ganzen Kanton wurde nach rund vier Jahren Englischunterrichtgetestet, wie gut sie die Sprache können.
Yes! In Englisch bekommen Bündner Klasse eine Sechs, Südostschweiz, 19.4. von Ursina Straub

18. April 2018

Bündner Englischkenntnisse im Rahmen der anderen Kantone

Das Institut für Bildungsevaluation der Universität Zürich hat im Juni 2017 in allen 2. Klassen der Sekundarstufe I im Kanton Graubünden den Lernstand der Schülerinnen und Schüler im Fach Englisch erhoben. Der Schlussbericht dieser Lernstandserhebung mit den detaillierten Ergebnissen liegt nun vor. Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler erfüllt die Vorgaben des Lehrplans. 
Erfolgreicher Englischunterricht in Graubünden, Medienmitteilung Standeskanzlei Graubünden, 18.4.

Schulveranstaltungen sollen besucht werden müssen

Nach der Handschlagaffäre will die Landratskommission neben dem Unterricht auch Schulveranstaltungen als obligatorisch erklären. Auf eine Verfassungsänderung soll hingegen verzichtet werden.
Bildungsdirektorin Monica Gschwind wollte nach der Handschlag-Affäre ein Zeichen setzen. Bild: Monica Gschwind
Muslime sollen Schulveranstaltungen nicht schwänzen dürfen, Basler Zeitung, 18.4.

Neues Lernmodell in Appenzell Ausserrhoden

In Appenzell Ausserrhoden sinken die Schülerzahlen stetig. Was nun? Walzenhausen reagiert und führt für die Oberstufe ein altersdurchmischtes Schulmodell in Kombination mit einem Lernraum ein.
Neu gestalteter Lernraum in Walzenhausen, Bild: Iris Oberle
Schule neu gedacht, Appenzeller Zeitung, 18.4. von Iris Oberle

Haben wir noch eine öffentliche Schule?

Die Gründungsväter der liberalen Schweiz sahen in der Schule eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. Um an der politischen Öffentlichkeit teilzunehmen, ist eine gute schulische Bildung unerlässlich. Insofern die Schule ihrerseits eine dieser gemeinsamen Angelegenheiten darstellt, ist es nicht der Staat, sondern die Öffentlichkeit, die über die Einrichtung und den Auftrag von Schulen befindet. Auch wenn wir zwischen staatlicher und öffentlicher Schule oft nicht unterscheiden, kommt der Unterscheidung für das politische System der Schweiz zentrale Bedeutung zu.
Aus dem zirkulären Begründungszusammenhang schulischer Bildung ergibt sich, dass deren Kern nicht in der Entfaltung einer privaten Innerlichkeit liegt, sondern in der Vorbereitung auf ein öffentliches Leben. Zwar ist schulische Bildung immer auch von persönlichem Nutzen, wozu auch der Erwerb von Kompetenzen für die Arbeitswelt gehört, in einer demokratischen Gesellschaft stellt sie jedoch in erster Linie ein öffentliches Gut dar. Daraus leitet sich die Legitimation eines liberalen Staates ab, den Erwerb eines Minimums an schulischer Bildung für verbindlich zu erklären.
Haben wir noch eine öffentliche Schule? NZZ, 18.4. von Walter Herzog

17. April 2018

Verschulter Kindergarten

Anna* zeichnet in ihr Tagebuch – einen Sorgenfresser, «hier, schau mal». Dann schreibt die Siebenjährige die Buchstaben des Tierchens sorgfältig daneben. Die vierjährige Leni* sitzt daneben und schaut Anna zu. Sie ist bereits fertig mit Zeichnen. Die Tagebucheinträge gehören zum Morgenritual, hier, in der Basisstufenklasse E 1 an der Primarschule Buchsee in Köniz. Anna und Leni sind zwei von 240 Kindern, die eine der zwölf Basisstufenklassen an der Primarschule Buchsee besuchen.
Damit liegt Köniz im Trend. Denn allein in der grössten Berner Agglomerationsgemeinde ist die Zahl der Basisstufenklassen seit der Einführung vor fünf Jahren um über die Hälfte angestiegen. Die Entwicklung ist überall im Kanton zu beobachten, im urbanen Raum ebenso wie auf dem Land. Die Zahl der Basisstufenklassen im Kanton Bern ist seit ihrer Einführung 2013 auf das Dreifache angestiegen.
Zuerst die Arbeit, dann das Spielen, Bund, 17.4. von Mireille Guggenbühler

16. April 2018

Buchtipp: Richard Münch

Schon bei Erscheinen des Buches 'Globale Eliten, lokale Autoritäten. Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey&Co.' im Jahr 2009 bestimmt Richard Münch das Spielfeld, auf dem der Kampf um die Bildung von heute ausgetragen wird. 
Das Buch gliedert sich in zwei Teile: 
1. Bildung unter dem Regime der Humankapital-Produktion 
2. Wissenschaft unter dem Regime des akademischen Kapitalismus
Das Buch spiegelt die Zustände in Deutschland, lohnt sich aber auch aus Schweizer Perspektive zu lesen. (uk)
"Die Bildung wird den nationalen Eliten (also den Lehrerverbänden, den Bildungspolitkern der Parteien und den Ministerialbeamten) von einer transnationalen Koalition aus Forschern, Managern und Unternehmensberatern aus der Hand gerissen." Richard Münch

"Den nationalen politischen Akteuren erscheinen die Spielregeln, nach denen die Macht verteilt und nach denen Entscheidungen mit kollektiv verbindlicher bzw. faktisch unausweichlicher Wirkung getroffen werden, als natürlich gegeben und deshalb als legitim." Richard Münch

Druck auf Gymnasium steigt

Der oberste Basler Rektor nimmt Stellung zur Zunahme der Zahl der Gymnasiasten, der Zwischenprüfungen und der verunsicherten Lehrer. Wenn im Sommer das neue Schuljahr startet, werden erstmals Sek-Schüler ans Gymnasium wechseln. Die Gymnasial-Quote dürfte dabei steigen und die Planungssicherheit sinken, was bei den Lehrern zu Verunsicherung führt
Ulrich Maier ist Leiter Mittelschulen und Berufsbildung im Basler Erziehungsdepartement, Bild: Juri Junkov
Oberster Rektor Maier: "Eine tiefere Gymi-Quote wird uns nicht gelingen", Basellandschaftliche Zeitung, 16.4. von Samuel Hufschmid

15. April 2018

Lehrplan 21 und Schuldesaster in Amerika

Während uns Hiobsbotschaften vom US-Schuldesaster und landesweiten Lehrerstreiks erreichen (NZZ vom 15.4.2018), wird bei uns der Lehrplan 21 nach amerikanischem Vorbild bedenkenlos weiter eingeführt.
Lehrplan 21 und Schuldesaster in Amerika, 15.4. von Peter Aebersold

MIt Handschrift prägt sich Wissen besser ein

Seit Jahrhunderten schreiben wir mit der Hand. Smartphone und Computer machen das überflüssig. Manche warnen nun davor, dass Kinder sich schlechter entwickeln. Zu Recht?
Wir verlernen die Handschrift, Zeit, 14.4. von Lara Malberger

Unklare Übertrittsbedingungen in FMS

Jeweils im Frühjahr stehen für die Seklehrerinnen und -lehrer die Übertrittsgespräche an. Es geht darum abzuklären, ob sich Schüler für eine kantonale Mittelschule – darunter die Fachmittelschule (FMS) – anmelden können. Was den Übertritt an die FMS betrifft, sind zurzeit einige Zuger Oberstufenlehrer verunsichert. Gemäss kantonalen Vorgaben braucht man nämlich für die FMS einen Notenschnitt von 5,0. An den Info-Anlässen wird den Anwärtern allerdings kommuniziert, dass auch eine 4,7 oder eine 4,8 reichen würden. Das bringe Lehrer in schwierige Situationen, heisst es unter Pädagogen.
Ein Schreiben der Fachmittelschule verunsichert Lehrer, Luzerner Zeitung, 13.4. von Rahel Hug

"Tagesschulen sollten gratis sein"

Kinder müssen auch ausserhalb der Schulstunden gefördert werden, fordert die Erziehungswissenschafterin Marianne Schüpbach.
Wir brauchen Tagesschulen, um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten, NZZaS, 15.4. von Regula Freuler

Spardruck führt zum Systemwechsel

Einmal mehr geht man vom Geld aus statt von der Pädagogik. Nicht neue Erkenntnisse führen zum Systemwechsel, sondern Spardruck. Zeitgeistig die Integration voranzutragen, ihr aber die notwendigen Mittel zu verweigern, das ist keine gute Bildungspolitik.
Geld regiert statt Pädagogik, Aargauer Zeitung, 14.4. von Hans Fahrländer

13. April 2018

Largo: "Wir müssen mutiger sein und nicht die ausgetrampelten Wege gehen"

Kinderarzt und Autor Remo Largo und Liedermacher Linard Bardill sprachen gestern Abend im Stadttheater über Bildung, Schule und Lernerfolge. Ernsthaft. Tiefgründig. Humorvoll. Diverse persönliche Erfahrungen inbegriffen. Und fast ohne zu politisieren oder über das heutige Schulsystem zu schimpfen.

Remo Largo zusammen mit Linard Bardill, Bild: GRHeute