Zehn beste Bildungsblogs 2016

Zehn beste Bildungsblogs 2016
"Zehn beste Bildungsblogs für 2016". Auswahl von Exam Time

Die 10 beliebtesten Posts des Jahres 2015

Die 10 beliebtesten Posts des Jahres 2015
Cambridge University Press ELT

Agilience Einstufung Juli 2016

Agilience Einstufung Juli 2016

30. September 2016

"Unhaltbarer Übergriff"

Diesen Dienstag um 17.22 Uhr erhielt ein Basler Lehrer eine E-Mail mit dem Betreff «Umfrage» zugeschickt. Da ihn die Nachricht über den kantonalen Bildungsserver des Basler Erziehungsdepartements (edubs) auf seiner Geschäftsadresse erreichte, ging er wohl von einer internen Mitteilung seines Arbeitgebers aus. Doch das war nicht der Fall. Als Absender stellte sich vielmehr die Starke Schule Baselland heraus. Jene Widerstandsbewegung also, die im Baselbiet dem früheren Bildungsdirektor Urs Wüthrich (SP) mit ihrer Opposition gegen die Umsetzung der Schulreformen das Fürchten lehrte – und im Juni mit einer Volksinitiative die Einführung von Sammelfächern verhinderte.
Befeuert durch ihre Erfolge ist die Starke Schule nun offensichtlich entschlossen, ihr Wirkungsfeld auf die Stadt auszudehnen. Im elektronischen Brief an die Basler Lehrkräfte wird zur Teilnahme an einer Umfrage aufgefordert. Gebeten wird um Rückmeldungen zu vier umstrittenen bildungspolitischen Aspekten. «Befürworten Sie, dass bereits auf der Primarstufe zwei Fremdsprachen unterrichtet werden?», heisst es etwa. Die Fragesteller wollen weiter wissen, was von den neuen Lehrmitteln «Milles feuilles» oder «New World» gehalten wird, wie die Beurteilung zu Sammelfächern wie «Räume, Zeiten, Gesellschaften» ausfällt und ob das «selbstorganisierte Lernen» (dieses ist vorgesehen im Lehrplan 21) Unterstützung findet.
Baselbieter Schulkritiker attackieren Christoph Eymann, Basler Zeitung, 30.9. von Christian Keller

Verordneter Systemwechsel

Wir haben in der Schweiz ein hervorragendes Bildungssystem, welches international auf Anerkennung stösst. Es zeichnet sich nicht zuletzt dadurch aus, dass es eine Volksschule ist. Das heisst, dass unsere Schulen und ihre engagierten Lehrer im Volk verwurzelt sind und die Bürger hinter diesem System stehen. Das Nein in der Abstimmung über den Beitritt zum Harmoskonkordat hat deutlich gezeigt: Die Stimmbürger wollten die Kantonshoheit über die Schule behalten und sich nicht überkantonal vorschreiben lassen, wie die Schule auszusehen hat. Man wollte auch den Kindergarten als freiwillige und eigenständige Institution beibehalten. Die grosse Akzeptanz unseres Schulsystems zeigt sich auch darin, dass Bürger, vor allem wir Eltern, bis heute nach dem Prinzip von Treu und Glauben viele Schulentwicklungsprojekte, die Einführung von Schulleitungen, Stundenplanänderungen, Methodenänderungen, Sprachkonzeptänderungen, Schulschriftänderungen, Hochdeutsch im Kindergarten, ja sogar immer mehr heilpädagogische Begleitungen akzeptiert haben. Diese Entwicklung bringt immer mehr Zusatzkräfte, Zusatzräume, Zusatzmaterial, und Zusatzkosten. Die Schüler aber lernen immer weniger!
Nicht ohne das Volk, nicht mit unseren Kindern, 29.9. von Marlies Klesse

29. September 2016

Der Bevölkerung Sand in die Augen gestreut

In den Medien und der politischen Diskussion bei Abstimmungen herrscht eisernes Schweigen über die „Grundlagen für den Lehrplan 21“, obschon der Grundlagenbericht auf der offiziellen Internetseite der Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) zugänglich ist. Der „Lehrplan 21“ ist nur der Vorwand für die radikalste Systemänderung in der Geschichte unsere Volksschule. Diese Änderungen findet man jedoch nur in den "Grundlagen für den Lehrplan 21" der D-EDK und nicht im Lehrplan selber: https://www.lehrplan.ch/sites/default/files/Grundlagenbericht.pdf
Die Grundlagen für den Lehrplan 21 werden verschwiegen, 29.9. von Peter Aebersold

Kämpfer gegen Pamirschulen

SVP-Kantonsrat Beat Künzli kämpft gegen Bildungsreformen wie den Lehrplan 21. «Ich will nur das Beste für meine Kinder», sagt er. Seine Gegner werfen ihm vor, nur Unruhe zu stiften. Was treibt den sechsfachen Vater an? Ein Porträt.
Beat Künzli kämpft gegen die Bildungsreformen, Bild: Hanspeter Bärtschi
Was treibt den wohl hartnäckigsten Bildungskritiker an? Grenchener Tagblatt, 28.9. von Lucien Fluri

Bündner Lehrerverband verklagt Gemeinden

An der gestrigen Delegiertenversammlung des Bündner Lehrerverbandes (Legr) in Maienfeld stand neben der Genehmigung von Jahresrechnung und Budget noch ein wesentlich brisanteres Thema auf der Traktandenliste: Lohndiskriminierung bei Kindergartenlehrpersonen. Die Delegierten hatten zu entscheiden, ob sie vor dem Bündner  Verwaltungsgericht für höhere Löhne kämpfen sollen.
Lehrer verklagen Gemeinden, Südostschweiz, 29.9. 

Starke Schule Baselland wendet sich an Basler Lehrer

Das Komitee hat Anfang dieser Woche ein persönliches Mail an eine unbekannte Zahl Lehrerinnen und Lehrer in Basel-Stadt versandt – sehr zum Missfallen des Basler Bildungsdirektors Christoph Eymann: Er beschwerte sich umgehend beim Absender und bei der Bildungsdirektion Baselland.
"Starke Schule Baselland" verschickt Umfrage an Basler Lehrer, bz Basel, 29.9.

Werden die Schaffhauser Klassen bald grösser?

Mit einer Neustrukturierung des Schaffhauser Schulwesens soll 7.5 Millionen Franken gespart werden.
Christian Amsler will das Schaffhauser Schulwesen umkrempeln, Bild: Radio Munot
Schaffhauser Schulwesen soll umgekrempelt werden, Radio Munot, 29.9.

Gemeinsame Ausbildung von Sekundarlehrern gefordert

Der Baselbieter Landrat ist gegen eine 2014 eingereichte Lehrkräfte-Ausbildungsinitiative. Mit 74 zu 5 empfiehlt er den Stimmberechtigten, die Initiative abzulehnen.
Die Initiative "Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten Lehrpersonen" nimmt Kritik aus Schulkreisen auf. Sie will Universität und Pädagogische Hochschule (PH) zu einer gemeinsamen Ausbildung der Sekundarlehrkräfte verpflichten. Sie war im Oktober 2014 mit 2500 Unterschriften eingereicht worden - für das Zustandekommen nötig sind 1500.
Die unformulierte Intiative richtet sich gegen eine komplette Lehrerausbildung an der PH. Konkret verlangt sie, dass Lehrpersonen an einer Baselbieter Sekundarschule nur noch dann unbefristet angestellt werden können, wenn sie ein Studium an einer Universität oder der ETH absolviert haben. Erst danach soll eine pädagogische Ausbildung an einer PH oder an einem Lehrerseminar erfolgen.
Baselbieter Landrat lehnt Lehrerausbildungs-Initiative ab, sda, 29.9.

Bündner Regierung will Italienisch als Freifach

Die Bündner Regierung setzt sich im Sprachengesetz des Bundes für eine offene Formulierung des Fremdsprachenartikels in der Primarschule ein. Diese Variante greife am wenigsten stark in die Kompetenzen der Kantone ein.
Fremdsprachen: Bündner Regierung für offene Variante, sda, 29.9.

28. September 2016

Baselbieter Lehrerverein startet zwei Initiativen

Die Initiativen zur Bildungs­finanzierung und zur Bildungsqualität kommen nicht aus den Startlöchern. Beschlossen wurde deren Lancierung vor über sechs Monaten von den Delegierten des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland (LVB). In Kürze dürfte nun aber die Unterschriftensammlung beginnen. Die beiden Begehren befinden sich nun endlich zur Vorprüfung bei der Landeskanzlei, wie Regierungssprecher Nic Kaufmann bestätigte. Doch es zeichnet sich ab, dass die Diskussionen um die Rechtsgültigkeit einer der beiden Initiativen auch dann nicht abbrechen, wenn die Unterschriftensammlung endlich gestartet wird.
Lehrerverein startet Volksbegehren zur Bildungsfinanzierung und zur Bildungsqualität, Basler Zeitung, 28.9. von Thomas Dähler

Lehrmittel zu Volksballaden

Ein neues Online-Lehrmittel des Zentrums Mündlichkeit der PH Zug bringt Jugendlichen Schweizer Volksballaden näher. Die Jugendlichen erfahren, inwiefern aktuelle Themen bereits in der Vergangenheit wichtig waren bzw. vorkamen.
Das Lehrmittel richtet sich an Deutschlehrer der Sek I, Bild: PH Zug
Volksballaden relo@ded, PH Zug, 28.9.

Kölliker will SVP umpolen

Nach der Harmos-Abstimmung steht im Kanton St.Gallen schon das nächste Grossprojekt an: der Lehrplan 21. SVP-Bildungschef Stefan Kölliker spricht über die Umsetzung und sagt, weshalb die Kirche Teil der Volksschule bleibt.
Kölliker fühlt sich durch das Abstimmungsergebnis zu Harmos bestätigt, Bild: Samuel Schalch
"Uns sind christliche Werte wichtig", St. Galler Tagblatt, 27.8. von Marion Loher

Gehören Schülerfotos auf die Webseite?

Mit der neuen App des Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich werden Fragen zu Bearbeitung von Personendaten an Schulen schnell und kompetent beantwortet.
Neue Datenschutzlexikon-App, Datenschutzbeauftragter Kanton Zürich, 28.9.

In den Klauen der Funktionäre

In ihrem Reformeifer übergehen die Verantwortlichen begründete Einwände, selbst wenn diese auf wissenschaftlichen Studien beruhen.
Bitte keine störenden Fakten, Journal21.ch, 28.9. von Carl Bossard

26. September 2016

Mehr Migranten als Lehrer

93 Prozent der Schüler des Schwabgut­schulhauses in Bern-Bethlehem haben einen Migrationshintergrund. Die dortige Schulleiterin Ruth Bielmann schaut daher bei Bewerbungsgesprächen neben den gängigen Kompetenzen auch darauf, ob die künftigen Lehrer einen Migrationshintergrund haben. «Mir ist wichtig, dass das Lehrerkollegium durchmischt ist, weil es die Klassen ja auch sind», sagt sie. Was Bielmann schon jetzt tut, sollen auch die anderen Berner Schulleiter machen, dass möchten die zwei SP-Stadträte Fuat Köçer und Halua Pinto de Magalhães mit einem Postulat bewirken.
Künftig sollen Lehrer mit Migrationshintergrund vor der Wandtafel stehen, Bild: Gaetan Bally
Sozialdemokraten wollen mehr Migranten am Lehrerpult, Bund, 26.9. von Sophie Reinhardt

Signal nach Bern

Zehn Jahre ist es her, da sagte das Schweizervolk Ja zum neuen Bildungsartikel, so deutlich und mit so geringer Stimmbeteiligung wie selten. Längst aber sind die Schulzimmer zur politischen Kampfarena geworden; Bildungspolitik polarisiert und mobilisiert. So unbestritten die Harmonisierung im Schulwesen im Allgemeinen ist, so umstritten ist sie im Einzelnen, etwa beim Frühfranzösisch oder beim Lehrplan 21, Ausdruck auch eines diffusen Unbehagens in der Bevölkerung gegenüber Schulreformen.
Bildungspolitik ohne Zwang, NZZ, 26.9., Kommentar von Jörg Krummenacher

25. September 2016

Volksschule muss wieder Sache des Volkes werden

Das Initiativkomitee „Ja zum HarmoS-Ausstieg“ fordert zusammen mit einem beachtlichen Stimmenanteil der Stimmbürger die Regierung und den Erziehungsrat auf, die Kinder ins Zentrum der Schulpolitik zu setzen. Das vom St. Galler Stimmbürger beschlossene Ja zum HarmoS-Verbleib bedeutet keinen Freipass für weitere schädliche Schulreformen.
Medienmitteilung Starke Volksschule St. Gallen, 25.9.

Amsler zieht Kandidatur zurück

Der Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler (FDP) hat seine Kandidatur für das Präsidium der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) zurückgezogen. Damit steigen noch zwei Kandidaten für die Nachfolge von Christoph Eymann (LDP) ins Rennen.
Schaffhauser Erziehungsdirektor Amsler zieht EDK-Kandidatur zurück, Toponline, 24.9.

Grundsätzlich Mundart an Zuger Kindergärten

Die Zugerinnen und Zuger wollen grundsätzlich Mundart am Kindergarten. Allerdings lehnen sie eine Initiative ab, die in einzelnen Fächern auch an der Primarschule Mundart vorschreiben wollte.
Die Zuger wollen keinen Zwang zur Mundart im Kindergarten, Neue Zuger Zeitung, 25.9.

Schweizweite Signalwirkung des St. Galler Entscheids?

Eine grosse Mehrheit der St.Galler Stimmberechtigten hat sich von der Angstmacherei der Befürworter eines Harmos-Ausstiegs nicht anstecken lassen. Der Kanton bleibt im Konkordat. Das ist richtig so. Der Verbleib ist nichts anderes, als die Weiterführung der bisherigen Politik. Und die hat sich bewährt. Die St.Galler Volksschule funktioniert.
Abfuhr für die Harmos-Gegner, St. Galler Tagblatt, 25.9. Kommentar von Marion Loher

Schlappe für Harmos-Gegner

Im Kanton St. Gallen lehnten die Stimmbürger eine Harmos-Ausstiegs-Initiative klar mit 70 Prozent ab. Die EDK zeigt sich erfreut über den Ausgang der Abstimmung.
Medienmittteilung der EDK vom 25.9.

Frühfranzösisch als ärgerlicher Irrglaube

Im Rahmen eines Programms der Pro Senectute Luzern stand ich in den letzten zwei Schuljahren als Senior im Klassenzimmer und unterrichtete als sprachkundiger Laie vor allem Französisch, zunächst in der sechsten, dann in der fünften Klasse einer jungen Lehrerin. Aufgrund meiner Erfahrungen muss ich sagen: Die Auffassung, dass Frühfranzösisch in der heutzutage dargebotenen Form zu irgendetwas gut sei, ist ein ärgerlicher Irrglaube. Auch die begabteren unter den Kindern haben trotz den bereits absolvierten Schuljahren kaum eine Ahnung von Französisch, geschweige denn erste Kenntnisse. Der passive Wortschatz ist mehr als bescheiden, der aktive tendiert gegen null. Grammatikalisch fehlen selbst einfachste Vorstellungen, und Ausspracheregeln sind unbekannt. Mir ist schon klar, weshalb die Verantwortlichen Studien über konkrete Resultate zuverhindern versuchen. Der Befund wäre vermutlich katastrophal.
Leserbrief NZZaS, 25.9. von Peter Kohler

Früher Fremdsprachenunterricht als romantische Wunschvorstellung

So funktioniert offenbar Sprachenpolitik in der Schweiz: Erziehungspolitiker und allen voran ein Bundesrat verlassen sich – wenn es um die zweite zu erlernende Fremdsprache geht – auf ihr Bauchgefühl, unterstützen ungestützte föderalistisch-patriotische Annahmen, ignorieren kritische Studien undinterpretieren andere so, dass sie ihnen nützen, ignorieren oder diskreditierenunliebsame Gegnerinnen und Gegner und stellen sie im schlimmsten Fall kalt.
Leserbrief NZZaS, 25.9. von Urs Stähli

Fremdsprachenunterricht in homöopathischen Dosen

Als ehemaliger Projektleiter des Französischlehrwerks «Envol» möchte ich zum Artikel nicht schweigen. Ich weiss nicht, wieso sich unsere Politiker darauf versteifen, als wissenschaftlich bewiesen darzustellen, was sich wissenschaftlich nicht beweisen lässt. Von der Vorverlegung des Fremdsprachenunterrichts sind jedenfalls keine Wunder zu erwarten, vor allem dann nicht, wenn die Stundendotationen so mickrig bleiben. Dass Simone Pfenninger nun die gleichenProbleme beim Frühenglisch feststellt, die mir schon vom Frühfranzösischbekannt waren, überrascht mich wenig. Man kann nicht zu einem nennenswerten Ziel gelangen, wenn man sich darauf beschränkt, den Fremdsprachenunterricht in homöopathischen Dosen zu verabreichen.
Leserbrief NZZaS, 25.9. von Jakob Wüest

Wissenschaft unterwirft sich politischem Diktat

Der Streit um das Frühfranzösisch ist symptomatisch für das Verhältnis von Bildungspolitik und Bildungsforschung hierzulande. Auf der einen Seite beschränkt sich das Interesse der EDK seit Jahren darauf, von der Wissenschaft Zustimmung für die eigenen Reformprojekte zu erhalten. Kritische Stimmen werden totgeschwiegen, jadiffamiert. Gleichzeitig wird überschätzt, was eine einzelne Studie über die komplexe Wirklichkeit in Schule und Unterricht auszusagen vermag. Die Bemerkung des EDK-Präsidenten, wonach es im Bildungsbereich derzeit «zu viele Studien» gebe, ist angesichts des Forschungsbedarfs im schweizerischen Bildungswesen schlicht unverständlich.
Leserbrief, NZZaS, 25.9. von Walter Herzog